Was ist Judo

Die Judoabteilung besteht aus ca. 180 Mitgliedern, die in fünf Altersgruppen eingeteilt sind. Die jüngsten Mitglieder haben einmal in der Woche Training, alle anderen trainieren zweimal pro Woche. Momentan haben wir ein Team von sechs TrainerInnen, die in unterschiedlichen Kombinationen die Trainingsteilnehmer betreuen.

Das Ziel unserer Judoabteilung ist es, den Spaß an der Bewegung zu vermitteln und die Mitglieder zu motivieren, ihre sportlichen Fähigkeiten individuell zu entwickeln und auszubauen. Dabei steht besonders eine Ganzkörperwahrnehmung und Ganzkörperbeweglichkeit im Vordergrund. In allen Altersstufen gehören auch die jeweils altersgerechten Spiele zum Trainingsablauf.

Auch wenn Judo kein Mannschaftssport ist, so wird damit doch die soziale Kompetenz der Trainingsteilnehmer geschult. Im Mittelpunkt des Trainings steht der Technikteil; hier werden spezifische Judotechniken vermittelt. Im „Stand" sind dies die Judowürfe und im "Boden" die Haltegriffe und die Befreiungen. Später lernen die älteren Mitglieder auch Hebel und Würger, sowie konkrete Techniken der Selbstverteidigung. Schon in der Kindergartengruppe wird Wert auf korrekte Umgangsformen und Disziplin gelegt: so sind die Begrüßungsrituale – das „japanische Verbeugen" – auch hier bereits elementarer Bestandteil des Trainingsablaufs.

Auch die so genannten Judowerte werden in diesem Alter bereits mit dem Kinderjudopass vermittelt: Respekt, Höflichkeit, Wertschätzung, Selbstbeherrschung, Hilfsbereitschaft, Ehrlichkeit, Mut, Bescheidenheit und Ernsthaftigkeit. Gruppenübergreifenden Aktionen wie Nachtwanderungen und Übernachtungen in der Turnhalle, Gürtelprüfungen und „Judosafari" sind Teil unseres Pogramms. In allen Altersstufen wird zudem besonderen Wert darauf gelegt, dass sich unsere Mitglieder in den verschiedensten Situationen des Alltags selber schützen können: die "Fallschule" ermöglicht es den eigenen Körper zu beherrschen und eventuelle Stürze ohne Verletzungen zu überstehen.

Auch für die jüngeren Trainingsteilnehmer kann Judo schon als eine abgeschwächte Form von Selbstverteidigung dienen. Hier geht es in erster Linie darum, den eigenen Körper zu schützen - z.B. vor Schlägen, Tritten, Umklammerungen - und den Angreifer durch eine sichere Judotechnik zu entmutigen. D.h. der Angreifer wird sauber geworfen, ohne diesen zu verletzen - und ohne die Situation eskalieren zu lassen. Schließlich wird das Wort Judo auch mit „der sanfte Weg" übersetzt.

Die Judo geschulte Wahrnehmungs- und Leistungsfähigkeit des eigenen Körpers schafft die Vorraussetzungen eines selbstbewussten und sicheren Auftretens: Stichwort "Körpersprache". In unserer reglementierten Gesellschaft erfüllt der Judosport eine einmalige Funktion: sich bis an die Grenzen der individuellen Belastbarkeit austoben und verausgaben zu können – und dies in einem tatsächlichen Kampf.

Ein Buchtitel beschreibt dies sehr anschaulich: "Wo Rohe Kräfte sinnvoll Walten." Nach dem Training kann man dann trotzdem ohne Verletzungen und ohne Hintergedanken wieder friedlich nach Hause gehen. Die Judoabteilung veranstaltet regelmäßig Gürtelprüfungen, bei denen die Mitglieder ihre Qualifikation öffentlich demonstrieren und die acht Schülerfarben (von weiß/gelb bis braun) erlangen können.